Flächendeckende Industrialisierung unseres Landes mit Wind- und Solaranlagen

Ausarbeitung von Dr. Wolfgang Hübner (9.5.2021)

Der Koalitionsvertrag zum Regierungsprogramm für Baden-Württemberg steht: Mit dem Ziel einer klimafreundlichen Energiewende soll der Ausbau von Wind- und Solaranlagen mit hoher Priorität vorangetrieben werden. Für 1.000 neue Windräder und eine große Zahl von Solarfeldern auf bisher landwirtschaftlich genutzten Flächen ist das Startsignal gegeben, auf dem Weg zur Klima-Neutralität von Deutschland. Vorsorglich wurde dazu die 1.000 Meter-Mindestabstandsregelung für Windräder zur Wohnbebauung aus dem CDU-Wahlprogramm gestrichen, damit genug Platz zur Umsetzung der deutschen Energiewende vor Ort bleibt. Ziel der deutschen Energiewende ist es, dass in den nächsten 30 Jahren unser gesamter Energieverbrauch aus erneuerbaren Energien bereitgestellt wird. Das heißt, wir reduzieren kontinuierlich unseren Verbrauch an Öl, Gas und Kohle bis auf Null. Und parallel dazu steigern wir unsere Energiegewinnung mit Wind- und Solaranlagen, denn diese beiden Energieerzeuger sind die tragenden Säulen unserer Energiewende. Ist dieses Ziel erreichbar oder gar ein nicht einlösbares Heilsversprechen, im guten Glauben so etwas gegen den Klimawandel zu unternehmen? Und was bedeutet die Umsetzung dieses Vorhabens für die Lebensräume von Mensch, Tier und Natur in unserem Land? 

 

Bedrohung in der Umgebung von Bad Wurzach

Windräder in der Gemeinde Leutkirch

Im Leutkircher Stadtwald sollen vier 250 Meter hohe Windräder gebaut werden. Die nachfolgende Visualisierung zeigt, wie diese Windräder von der vielbesuchten Besucherterrasse von Schloss Zeil wirken 

Blick von Schloss Zeil in Richtung Alpen (Normalbrennweie 50mm)

Windräder in der Gemeinde Aitrach

Informationen zum Vorhaben. Entnommen aus dem Flyer der 

Bürgerinitiative „lebensraum-natur-bewahren e.V.“

 

www.bi-aitrach.de 

Der EnBW-Konzern und die Gemeinde Aitrach planen im Mooshauser Wald zwei Windindustrieanlagen mit den derzeit höchsten Türmen weltweit. Die Anlagen vom Typ Vestas 162 –
5,6 MW haben eine Höhe von jeweils 250 m!!! Die Rotorblätter haben einen Durchmesser von 162 m und umstreichen eine Fläche von ca. 20.600 qm = ca. 4 Fussballfelder!!!
Die Gesamtmasse pro Anlage beträgt ca. 7.500 to bei einer Sockelmasse von ca. 4.000 to (Beton und Stahl). An der Turmspitze werden ca. 800 to für Gondel und Rotorblätter hängen.
Tausende Liter Hydraulik- und Getriebeöle sind für den Betrieb notwendig.
Für diese gigantischen Massen müssen etliche Hektar Wald mit z.T. Altholzbestand gerodet werden Diese Freiflächen werden unwiederbringlich befestigt. Zuwegungen bekommen den Charakter einer Autobahn.

Mögliche Windräder in der Gemeinde Bad Wurzach: Ende einer Landschaft

Die Planungen zum Windkraftausbau in unserer Region sind jetzt für jedermann einsehbar: Die Investoren werden im südlichen Württemberg mit Schwerpunkt auf die Gemeindegebiete von Bad Wurzach und Leutkirch gelenkt. Mancher Grundeigentümer reibt sich vielleicht schon die Hände, denn die Pacht ist lukrativer als Milchrente oder der Holzertrag. Die möglichen Flächen zum Bau von 110 bis 116 Windrädern auf unserem Gemeindegebiet sind in der aktuellen Planung der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg und unseres Umweltministeriums schon vorgegeben.

Auf unseren lieblichen Allgäuer Höhenzügen, 100 m über dem Tal, weht eben der beste Wind. Wenn auch ein schwacher Wind im Deutschlandvergleich, aber dafür gibt es „Schwachwindanlagen“, die sind besonders groß. Es sind wahre Giganten, bis zu 250 m hoch (Ulmer Münster 161 m), deren Rotoren eine Fläche von zwei Standard-Fußballplätzen überstreichen. Klar, dass solche Giganten nicht übersehen werden können aber auch nicht überhört und obendrein noch Lichtschwankungen erzeugen bei Tag (Schattenwurf) und in der Nacht (Flugbeleuchtung).

Sieht man die Planung von Landesanstalt und Umweltministerium genauer an, dann können diese Giganten auch recht nah „ans Häusle“ rankommen. Aus anderen Regionen sind Berichte überliefert, dass da das Windrad stehen bleibt und die Bewohner einen Ortswechsel bevorzugen.

Das beigefügte Bild in welchem 110 Kreispunkte mit einem jeweiligen Durchmesser von 150 m eingezeichnet sind, verdeutlicht, was die Zielsetzung des Ministeriums erwirkt:

– Ende einer Landschaft

– Entzug des Europa-Diploms

– Gesundheitsgefährdung vieler Bürger, denn die niederfrequenten Schalldruckwellen dieser Giganten können noch in 1000 m Entfernung unsere druckempfindlichen Sinnesorgane anregen und reichen über viele Kilometer weit. Schlafstörungen sind nur eines der Symptome über welche Anlieger berichten

– Zerstörung unserer Lebensqualität und der touristischen Attraktivität unserer Region

Wenn Sie mehr wissen wollen, schauen Sie sich nachfolgendes Dokument an. Sie sollen mal nicht sagen, Sie hätten es nicht gewusst.

Frühere Bedrohungen

2017: Windpark Tannenbühl zwischen Bad Waldsee und Haisterkirch

Im Naherholungsgebiet Tannenbühl wollte die Stadt Bad Waldsee einen Windpark mit ursprünglich 6 Windrädern erstellen. Die BI Haistergau konnte den Windpark auch dank intensiver Rotmilankartierungen verhindern. Die  Landschaftsschützer (Bad Wurzach) verteilten eine Broschüre im betroffenen Gebiet und nahm rege an der Diskussion in Bad Waldsee teil.

 

2011: Weit mehr als 30 Windräder rund um das Wurzacher Becken

Am Rand des Wurzacher Beckens könnten weit mehr als 30 zweihundert Meter hohe Windräder entstehen. Wie problematisch dieser Standort ist, kann man auch in der Verlängerungsurkunde des Europadiploms für das Wurzacher Ried nachlesen. Dort wird eindeutig der Bau von Windrädern auf den Randmoränen des Wurzacher Beckens abgelehnt.

Im nachfolgenden Film kann man die landschaftliche Schönheit des Wurzacher Beckens und die Dimensionen der Windräder sehen. Die im Film gezeigten Windräder sind eher zu klein dargestellt. Die 200 Meter großen Windräder würden noch weiter in den Luftraum hineinragen.

Nicht nur wir, sondern auch der Europarat ist der Überzeugung, dass diese Windräder nicht zu dieser ganz besonderen Landschaft passen.
Außerdem würde ihre Errichtung einen eindeutigen Verstoß gegen das Europarecht darstellen.

Der Widerstand der BI Landschaftsschützer gegen die Windräder rund um das Wurzacher Ried fand überregional Beachtung im Fernsehen und Presse

2012 Unser Flyer

2012 Januar: Stimmen der früheren Landtagsabgeordneten Paul Locher, Rudolf Köberle, Ulrich Müller und Peter Schneider zu Windrädern in Oberschwaben

(Zitate aus der Schwäbischen Zeitung 23.1.2012): Schneider: ….. Die Vorstellung, dass Oberschwaben großflächig mit Windrädern bestückt wird, ist ihm eine grausige. Wenn er auf dem Bussen stehe und den großartigen Blick über die Landschaft genieße, „dann halte ich diese Vorstellung für eine Katastrophe“. Da würde schlicht „ein wesentlicher Teil des Oberlandes geopfert“. Paul Locherer ergänzt: „In meinem Wahlkreis gibt es große Widerstände gegen Windräder.“ Man dürfe „die Rechnung nicht ohne den Bürger machen“. … Und Ulrich Müller erinnert in diesem Zusammenhang daran, dass das Landschaftsbild „ein geschütztes Rechtsgut“ sei. In einem dicht besiedelten Land wie Baden-Württemberg könne man nicht „endlos Anlagen hinstellen“.

Rudolf Köberle sagt, nur mit Wind und Sonne könnten die Probleme sowieso nicht gelöst werden. Wie Müller plädiert er dafür, die regenerativen Energien zwar auszubauen, aber eben „nicht unbedingt vor Ort“. Die Prinzipien internationaler Arbeitsteilung sollten auch für die Energiepolitik gelten. Fazit: Energiewende ja – aber bitte mit Augenmaß. Die vier CDU-Abgeordneten halten überhaupt nichts von einer „Verschandelung der Landschaft“, die der grüne Ministerpräsident schon mehrfach als notwendig angekündigt hat. Und irgendwie bauen sie darauf, dass den Menschen im Land mit der Zeit die Augen ebenfalls aufgehen.

2012 März: Nun doch keine Windräder im Wurzacher Becken?

SZ 8.3.2012

Landratsamt lehnt bestimmte Standorte ab

Viele Bad Wurzacher dürften aufatmen, was das Thema Windkraft angeht: Das Landratsamt Ravensburg hat signalisiert, dass es aus Landschaftsschutzgründen keine Windkraftanlagen auf den Höhenzügen rund um das Wurzacher Becken genehmigen möchte. Das hat Bürgermeister Roland Bürkle bei einer Informationsveranstaltung im Dorfstadel in Ziegelbach am Mittwochabend mitgeteilt.

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2012 März Umweltminister Franz Untersteller ist Gast beim Energiebündnis Bad Wurzach

Wir Landschaftschützer waren dabei: 

Das Energiebündnis Bad Wurzach hatte am Mittwoch Landesumweltminister Franz Untersteller zu einer Veranstaltung eingeladen. Nach einer Besichtigung der Windräder in Adelshofen und auf der Grabener Höhe (die Schwäbische Zeitung berichtete gestern darüber), stellte Franz Untersteller seine und die Energiepolitik des Landes im Kurhaus vor.

Hier weiterlesen: Zeitungsbericht: Umweltminister Franz Untersteller ist Gast beim Energiebündnis Bad Wurzach

Den Landesumweltminister Franz Untersteller haben am Mittwochabend zur Diskussion im Kurhaus in Bad Wurzach gleich zwei Demonstrationen erwartet, von Windkraftgegnern und -befürwortern. Während die Landschaftsschützer Oberschwaben mittels großer Fotomontagen zeigten, wie die heimische Landschaft mit Windrädern aussehen könnte, hatte der Grünen-Fraktionssprecher im Kreistag, Siegfried Spangenberg ein Transparent entrollt, auf dem zu lesen war: „Windkraft ja bitte! 

Hier weiterlesen: Zeitungsbericht: Wurzacher demonstrieren bei Ministerbesuch

2012 Mai: Zeitungsartikel „Windräder schaffen Chancen und ganz neue Fronten“

In Baden-Württemberg sollen 1200 Anlagen gebaut werden – nicht überall freut man sich darüber, zum Beispiel in Bad Wurzach.

Reinhold Mall (links) und Hans-Joachim Schodlok haben Angst um das Landschaftsbild und kämpfen deshalb vehement gegen den Bau von Windrädern im Wurzacher Ried. Andere sehen die Anlagen als Chance.

Bad Wurzach sz Der Blick vom Haidgauer Rücken über das Wurzacher Ried ist ein Traum: stattliche Felder, saftige Wiesen, dichter Wald – und im Hintergrund die majestätischen Gipfel der Alpen. Hoch über der Landschaft kreist ruhig ein Greifvogel. Mittendrin stehen zwei Bad Wurzacher, die diese vom Europarat diplomierte Naturlandschaft nicht mehr sorgenfrei genießen können. Denn der Lehrer Reinhold Mall und sein pensionierter Kollege Hans-Joachim Schodlok haben Angst – vor 200 Meter hohen „Ungetümen“.
Auf den Höhen rings um die oberschwäbische Kurstadt könnte schon bald ein gutes Dutzend leistungsstarker Windkraftanlagen stehen – zumindest, wenn es nach den Plänen der grün-roten Landesregierung geht. Denn diese möchte bis 2020 zehn Prozent des im Südwesten erzeugten Stroms durch Windkraft gewinnen. Da es bisher nur läppische 0,8 Prozent sind, müssen in den kommenden acht Jahren 1200 Groß-Windkraftanlagen aufgestellt werden. Diese haben eine Nabenhöhe von 140 Metern (die Höhe bis zu der Stelle, an der der Rotor befestigt ist). Die Rotorlänge mit eingerechnet erreichen sie sogar knapp 200 Meter. Zum Vergleich: Das Ulmer Münster ist 161,5 Meter hoch.

Windräder sollen vor allem auf den Höhenlagen des Schwarzwalds und im Nordosten des Landes entstehen, aber auch an vielen weiteren Standorten zwischen Schwarzwald und Allgäu, Ostalb und Bodensee. Zehn bis 15 Windkraftanlagen könne er sich schon hier vorstellen, sagte jüngst der grüne Landesumweltminister Franz Untersteller beim Vorort-Besuch in Bad Wurzach.

Sogar Wallfahrt gegen Windräder

„Wir wollen in unserer schönen Landschaft keine Windräder“, meint dagegen Schodlok. Das über die Jahrtausende durch zwei Eiszeiten geformte Wurzacher Becken sei in seiner Art einzigartig – und solle es auch bleiben, ergänzt der Physik- und Chemielehrer Mall, der seine Heimat seit Jahren auf Film festhält. Dies möchte er auch in Zukunft ohne Windräder im Hintergrund tun.

Mall und Schodlok sind Mitglieder der Bürgerinitiative „Landschaftsschützer Oberschwaben-Allgäu“, die sich vehement gegen den Bau von Windrädern in der Region wehrt. Die Anlagen verunstalteten nicht nur die Landschaft, meinen die 100 Mitglieder, sie machten auch krank, gefährdeten Tiere und seien zudem unrentabel. Im benachbarten Beuren finde demnächst sogar eine Wallfahrt statt, „damit der Ort von Windrädern verschont bleibt“, berichtet Schodlok schmunzelnd.

Im Ort herrscht „dicke Luft“

„Es sind immer wieder die gleichen Leute und die gleichen Argumente“, ist Johanna Moltmann-Hermann schon sichtlich genervt von den Windkraftgegnern. Die grüne Lokalpolitikerin setzt sich für die andere Seite ein. Das „Energie-Bündnis Bad Wurzach“ will die Energiewende voranbringen – auch mit Windkraftanlagen in der Region. Für die Argumente der „Landschaftsschützer“ hat sie nur wenig Verständnis. „Die schüren doch nur Angst“, sagt Moltmann-Hermann. Das führe zu „dicker Luft“ im Ort, die Mehrheit sei aber für die Windkraft, ist sie sicher.

„In den Orten entstehen soziale Zerwürfnisse“, bestätigt auch Christoph Leinß. Der ehemalige Pfullendorfer Forstamtsleiter macht keinen Hehl daraus, auf welcher Seite er steht. Der Ruheständler ist so etwas wie der Ober-Windkraftgegner in der Region. Mit Stellungnahmen und Vorträgen versorgt er die Bekämpfer von Windrädern bereits seit 1997 mit Argumenten. Schon mehr als zwei Meter Aktenordner hat er gesammelt – alle mit dem gleichen Tenor: „Windräder sind unsinnig, ganz besonders im Süden Deutschlands.“

Neben dem Landschaftsschutz kann Leinß zwei „Totschlagargumente“ liefern, wie er meint. Die meisten Anlagen in Baden-Württemberg, der Ex-Förster schätzt 95 Prozent, rentierten sich schlicht und einfach nicht. „Wir haben hier zu wenig Wind“, begründet Leinß. Außerdem böten Windräder keine sichere Stromversorgung, da sie manchmal zu viel und dann wieder überhaupt keinen Strom ins Netz einspeisen. Sinnvoller ist es aus seiner Sicht, bei der Stromerzeugung weiter mehr auf Kohle und Erdgas zu setzen. Jedes neue Windrad sei eines zu viel. „Wir zerstören unsere Landschaft mit einer Energieform, die wir gar nicht brauchen“, so sein Fazit.

Naturgemäß ganz anderer Meinung ist da Walter Witzel, der baden-württembergische Landesvorsitzende des Bundesverbands Windenergie. „Ich bin überzeugt, dass es sich rechnet, wenn man gute Standorte wählt“, sagt Witzel, der von 1992 bis 2006 für die Grünen im Landtag saß. In den Höhenlagen des Schwarzwalds und auf der Schwäbischen Alb gebe es Stellen mit Wind wie an den Küsten Norddeutschlands. Unterstellers Zehn-Prozent-Ziel sei „anspruchsvoll, aber machbar“, ist Witzel überzeugt. Schließlich würden die Anlagen immer leistungsfähiger. Entscheidend sei es, die richtigen Orte auszuwählen und auch mögliche Bedenken vor Ort – etwa Landschafts- und Naturschutz – in die Entscheidung einfließen zu lassen.

Ähnlich sieht es Rudolf Schmutz, beim Windverband zuständig für den Bereich Südwürttemberg, der sich mit dem Regierungsbezirk Tübingen deckt. „Wenn es gut läuft, können hier bis 2020 etwa 300 Windkraftanlagen stehen“, prognostiziert Schmutz. Noch sind es weniger als zehn. Laut Regionalverband Bodensee-Oberschwaben gibt es alleine in den Landkreisen Ravensburg und Sigmaringen sowie im Bodenseekreis 280 potenzielle Standorte. „Wir brauchen erneuerbare Energien – und zwar so viel wie möglich“, sagt Verbandsdirektor Wilfried Franke.

Vielerorts laufen derweil die Planungen. Auf der Ostalb, laut Windatlas der Landesregierung eines der windreichsten Gebiete im Südwesten, werden in den Gemeinden gerade mögliche Standorte diskutiert. Denkbar sind unter anderem das Härtsfeld und der Bereich rund um Unterschneidheim. Am Bodensee (Gehrenberg bei Markdorf, Höchsten) gibt es ebenso wie im Allgäu (Kißlegg, Bad Wurzach, Beuren bei Isny) oder auch in den Landkreisen Tuttlingen und Sigmaringen (nahe Meßkirch) Überlegungen, aber auch Kritiker. Gerade am See sorgen sich viele um das für den Tourismus so wichtige Landschaftsbild.

Wurzach sieht Windkraft positiv

In Bad Wurzach plant das „Energie-Bündnis“ noch für das laufende Jahr die Gründung einer Genossenschaft, in der sich dann jeder Bürger an den Windrädern beteiligen kann.

Und auch die großen Unternehmen sind fleißig. Die EnBW will in den kommenden Jahren Milliarden in erneuerbare Energien stecken. „Wir prüfen derzeit 100 Standorte für Windkraftanlagen. 22 Flächen sind schon gesichert“, sagte EnBW-Chef Hans-Peter Villis jüngst bei der Inbetriebnahme eines 140 Meter hohen Windrads in der Schwarzwald-Gemeinde Schopfloch. Bisher gibt es im Südwesten nur zwei Anlagen dieser Größe. Alternativen zu Projekten von Großinvestoren sind genossenschaftliche „Bürger-Windräder“ oder auch Anlagen, die die jeweiligen Stadtwerke betreiben.

Die Stadt Bad Wurzach zeigt sich jedenfalls aufgeschlossen. „Wir stehen der Windkraft positiv gegenüber – natürlich in Abwägung mit den Belangen des Naturschutzes und der Anwohner“, sagt Stadt-Sprecher Frank Hägerle. Es solle „nicht alles zugestellt werden“, aber mit zehn bis 15 Windrädern, auf wenige Standorte konzentriert, könne man leben.

Die „Landschaftsschützer“ sehen das natürlich anders. „Ich weiß nicht, ob wir die Windräder verhindern können, aber wir werden mit aller Macht gegen sie kämpfen“, kündigt Schodlok an. Die Befürworter freuen sich derweil schon auf ihre „Bürger-Windräder“. Das jahrtausendealte Wurzacher Ried dürfte der ganze Streit eher nicht erschüttern.

 

2012 Juli: Der neue Entwurf zum Regionalplan sieht wegen der Einzigartigkeit des Wurzacher Beckens keine Windräder im Wurzacher Becken mehr vor

Für den Raum Bad Wurzach-Bad Waldsee haben sich  einige bedeutsame Veränderungen ergeben. Die Gemarkung Bad Wurzach besitzt danach nur noch das Vorranggebiet Oberschwarzach-Mangenwald.
Auf dem Beckenrand bei Mennisweiler sind aber immer noch Windräder geplant.

Artikel in der Schwäbischen Zeitung / Bad Wurzach

Artikel in der Schwäbischen Zeitung / Bad Waldsee

Artikel in der „Schwäbischen Zeitung / Ravensburg

Artikel in der Schwäbischen Zeitung/ Oberschwaben

2012 September: Stellungnahme der BI Landschaftsschützer zur Fortschreibung des Regionalplan Windenergie

Die BI Landschaftsschützer hat eine 34-seitige Stellungnahme beim Regionalverband eingereicht

Grafik aus der Stellungnahme

2013 April: Uns erfüllt es mit Genugtuung, dass auch im Regionalplan 2013 auf den Rändern des Wurzacher Beckens keine Windräder mehr aufgeführt sind.

Das Wurzacher Becken hat internationale Bedeutung und gilt als ein Gebiet mit sehr hoher Empfindlichkeit gegenüber Windkraftanlagen. Trotzdem gibt es weiterhin Forderungen, in diesem einzigartigen Gebiet Windräder zu errichten.

2013 April: Thüga plant Windräder bei Arnach

Wir möchten auf die Veranstaltung der Thüga in Arnach eingehen, die unter der Assistenz der Stadtverwaltung (Herr Haufler) stattfand. Es wurde schnell klar, dass örtliche oder ortsnahe Interessenten einen bereits 2011 gestellten Antrag mit Hilfe der Thüga vorantreiben wollen.

Dies trotz negativem Votum des Regionalverbandes und der Ansage des Landratsamtes, dass Anlagen im Wurzacher Becken und um das Wurzacher Becken vom Landratsamt nicht genehmigt werden.

Zum Auftritt des Thüga-Vertreters sei bemerkt, dass es sich in erster Linie um eine allgemeine Werbeveranstaltung für die Windkraft handelte. Enttäuschend, dass dieser „Fachmann“ nicht den Unterschied zwischen Betriebsstunden und Voll-Laststunden kannte und selbst, als er diesbezüglich korrigiert wurde, noch meinte, dass es sich um einen sehr guten Wert handele, wenn sich die Rotoren 1360 Stunden im Jahr drehen würden (Das war der Voll-Laststundenwert!). Völlig falsch seine Aussage, dass bei den Genehmigungsbehörden die Rentabilität vor dem Landschaftsbild stünde. Die Rentabilitätsberechnung ist alleinige Angelegenheit und alleiniges Risiko des Antragstellers und ist nicht Teil des Prüfumfanges der Genehmigungsbehörde (Auskunft von Herrn Regionaldirektor Franke).

Spätestens seit der Gemeinderatssitzung im Kurhaus sind auch die Namen von zwei örtlichen Vorhabenträgern bekannt: Herr Rupp aus Rahmhaus und Herr Kling aus Gensen. Ob es noch einen oder zwei weitere Vorhabenträger gibt oder gab, blieb unklar. Bei der Gemeinderatssitzung hob der Bürgermeister eine Unterschriftenliste aus dem Jahre 2011 hervor, bei der sich eine überwiegende Anzahl von Bürgern aus Humberg für den dortigen Standort ausgesprochen haben soll. Seit dem Leserbrief von Frau Kerstin Müller ist diese Aussage sehr in Zweifel zu ziehen. Um Klarheit zu schaffen, könnte den damaligen Unterzeichnern die eindeutige Frage gestellt werden, ob sie diesen Standort tatsächlich befürworten oder ablehnen. Interessant auch die Aussage des Bürgermeisters, dass er sich eine Konzentration der Windkraftanlagen auf den Standort Humberg vorstellen könne.

Wie ist diese Aussage mit der Wahrung des Europadiploms und der Bad Wurzacher Werbung mit seiner besonderen Landschaft als „Tor zum Allgäu“ zu vereinbaren?

2013 Mai: Neuer Regionalplan

Der Regionalverband hat folgende Vorranggebiete in unserem Raum gestrichen: Beuren , Emmelhofen bei Kisslegg, Leutkirch, Aichstetten, Mangenwald nahe Oberschwarzach, Mennisweiler, Bergatreute (war auf der Karte nicht eindeutig zu identifizieren). Verblieben ist das Vorranggebiet Haisterkirch zwischen Haisterkirch und Bad Waldsee.